Samstag, 25. Juli 2015

Hallo Bay Tag 2

Die Nacht war gemütlich im Zelt, eingerollt in einen dicken Schlafsack. Frühstück (Oatmeal, Kartoffeln, Schinken) ist um 8 im gemeinsamen Zelt. Danach wieder wetterfest anziehen - ich weiß meine wasserfeste Wadingpants zu schätzen, die vor Nasse schützt und mit der ich mich überall hinsetzen kann. Dazu heute meine Wasserschuhe und Neoprensocken statt Gummistiefel. Um meine bequemen Schuhe werde ich beneidet (geht aber nur, wenn es einigermaßen warm ist und man in Bewegung bleibt, weil die Füße nass werden, aber nicht kalt. Durch die Hose geht nichts, ich könnte durch hüfthohes Wasser waten. Gute Investition!
Heute morgen bemerken wir, dass auch Hallo Bay Natur ist und kein Zoo. Es ist nicht so viel los wie am ersten Tag. Alle Bären sind nur in Entfernung zu sehen. Wir laufen viel (10 Meilen den Tag über etwa). Es ist warm und alle schwitzen. Erst gegen Nachmittag tauchen wieder mehr Bären auf - wahrscheinlich war es ihnen auch zu warm. Aber so richtig spektakulär wird es erst nach dem Abendessen. Am Strand treffen sich alle, die wir schon kennen: die Bärin mit den 2 Jungen vom Vortag, eine Bärin mit Halsband und 2 Jungen, die der Forschung dienen und überwacht werden und die Bärin, die Lance Blondie nennt, weil sie so helles Fell hat mit ihrem Kleinen, den er Wildchild nennt. Warum sehen wir schnell. Das Junge ist extrem neugierig und kommt uns fast bis an unsere Füße heran. Die Alte kümmert sich nicht. Lance vertreibt das Kleine mehrfach - es ist ja kein Streichelzoo. Viele Einzelbären stehen wie Statuen im Wasser und starren hinein, bis sie plötzlich losspurten um einen Fisch zu jagen.

Plötzlich ein unfassbare Schauspiel: ein Fuchs gesellt sich zu den beiden Bärenfamilien. Wir erwarten Ärger. Aber was passiert? Er spielt mit den 3 Jungen Bären. Unglaublich! Die Alten scheinen das nicht gern zu sehen, tolerieren es aber. Der Fuchs verhält sich wie ein Hund, der spielen will, duckt sich vor den Bären, springt um sie herum.
Zum Schluss ein spektakulärer Sonnenuntergang mit knallrotem Himmel über weißen Gletschern. Unbeschreiblich. Es ist sehr kalt geworden als wir endlich zurückgehen und in unsere Schlafsäcke kriechen. Im Einschlafen höre ich noch Regentropfen auf das Zeltdach prasseln. Wo kommt der plötzlich her, wo doch eben noch keine Wolke am Himmel war? Egal, ich bin zu müde und schlafe ein.


 
 
 



 
 

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